Die am 29. April 1957 nach dem Jagdflieger und Generaloberst NSDAP-Mitglied Ernst Udet  (1896-1941) benannt Udetzeile ist  Teil des “Fliegerviertels“.

Der in München geborene Ernst Udet begeisterte sich nach eigenen Angaben schon früh für Flugzeuge und trat bei Flugschauen auf. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs trat er freiwillig dem Militär bei, machte seinen Pilotenschein und begann seine Karriere als Jagdflieger. Nach Manfred von Richthofen (1892 – 1918) erzielte er die meisten Abschüsse, verließ den Krieg im Gegensatz zu diesem allerdings lebend.
In den Folgejahren betätigte Udet sich als Kunstflieger und gründete eine Firma für Werbeflüge. 1929 bis 1933 spielte Udet Pilotenrollen in verschiedenen Spielfilmen mit Leni Riefenstahl (1902 – 2003). Am 1. Mai 1933 trat er der NSDAP bei und wurde 1935 auf Betreiben von Hermann Göring (1893 – 1946) Oberst der neu gegründeten Luftwaffe. Er wurde aktiver Teil der NS-Propaganda, trat bei Flugschauen für die Luftwaffe auf und spielte 1935 sich selbst im Propagandafilm “Wunder des Fliegens.

Kurz darauf wurde er zum Chef des Technischen Amts des Reichsluftfahrtministeriums befördert und war für die Ausrüstung der Luftwaffe verantwortlich. Udet konsumierte in seinen letzten Lebensjahren Drogen wie Alkohol und Pervitin. Das “Fliegermarzipan war eigentlich Metamphetamin (Chrystal Meth) und wurde eingesetzt, um die Konzentration der Soldaten im Kriegseinsatz zu steigern und ihre Angst zu senken. Nach Misserfolgen in der Luftschlacht um England und den damit verbundenen Anfeindungen durch Göring und einige andere NS-Männer begang Udet am 17. November 1941 in seiner Wohnung in Berlin Suizid. An die Stirnwand seines Bettes schrieb er zuvor den, vermutlich an Göring gerichteten, Vorwurf “Eiserner, Du hast mich verlassen!”. Die NSDAP-Führung vertuschte den Selbstmord und ordnete ein Staatsbegräbnis an. Die offizielle Begründung: Udet sei bei der Erprobung einer neuen Waffe umgekommen. Zu Propagandazwecken wurde auch der neu eingerichtete Luftwaffenübungs- und Erprobungsplatz im Landkreis Warthenau im damals besetzten Polen nach ihm als “Udetfeld” benannt. Im selben Jahr wurde dem Jagdgeschwader 3 der Traditionsname “Udet” verliehen.

Der General des Teufels

Ein Jahr nach Kriegsende wurde das Theaterstück “Des Teufels General von Udets Freund Carl Zuckmayer (1896 – 1977)  in Zürich uraufgeführt. Die Geschichte spielt 1941 und dreht sich um den Udet nachempfundenen Jagdpiloten Harras, der gegen die nationalsozialistische Ideologie ist und nicht in die NSDAP eintreten will, jedoch für diese arbeitet. Aufgrund von Materialfehlern in der Flugzeugproduktion gerät er unter Druck und erhält von der NSDAP zehn Tage um sich zu rehabilitieren. Am letzten Tag deckt er einen Sabotageversuch des antifaschistischen Widerstands auf, an dem auch sein bester Freund beteiligt ist. Harras nimmt daraufhin die alleinige Schuld auf sich und fliegt mit einem sabotierten Flugzeug in den Tod. In einer Erklärung vom 15. März 1963 verbot Drehbuchautor Zuckmayer eine Wiederaufnahme des Dramas in Teilen Deutschlands, da er fürchtete das Stück könne als “Entschuldigung eines gewissen Mitmachertypus” interpretiert werden. Die neu überarbeitete Fassung wurde im Januar 1967 im Berliner Schillertheater erstmals aufgeführt. Basierend auf der ersten Fassung des Theaterstücks erschien 1954 die US-amerikanische Verfilmung des Stücks unter dem Titel “Tollkühne Flieger”. Kurz darauf, 1957, wurde die Straße im “Fliegerviertel” nach Ernst Udet benannt.

Stand der Umbenennung

Es wurde eine Initiative von Christoph Götz gestartet, um die Udetzeile umzubenennen. Diese hatte allerdings keinen Erfolg.