Die Lüderitzstraße liegt im sog. Afrikanischen Viertel und wurde 1902 nach dem Bremer Kaufmann Adolf Eduard Franz Lüderitz (1834 – 1886) benannt. Der sog. Lügenfritz betrog die Nama (Ethnie im Süden Namibias) um einen großen Teil ihres Landes und ließ sie im “Meilenschwindel” glauben, dass dem Vertrag die ortsübliche Maßeinheit der englischen und nicht der etwa viermal so langen geographischen Meile zugrunde läge.

Mit einer Reihe ähnlicher Verträge sicherte sich der Kolonialisierende Lüderitz einen Großteil der Küste des heutigen Namibia und zielte auf ein deutsches Kolonialreich, das sich bis zur Ostküste Afrikas ausdehnen sollte, ab. Die Region wurde auf Geheiß ihres neuen Besitzers von nun an Lüderitzland genannt, der Landungsort erhielt den Namen Lüderitz und der Küstenteil wurde in Lüderitzbucht umgetauft. Bis heute heißt die namibische Küstenregion nach Lüderitz.

Stand der Umbenennung

Die Lüderitzstraße soll seit dem Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung Berlin-Mitte vom April 2018 zur Cornelius-Fredericks-Straße umbenannt werden. Cornelius Fredericks (1864 – 1907 in Lüderitz) führte den Widerstandskrieg der Nama in der Kolonie “Deutsch-Südwestafrika”, heutiges Namibia, an.