Der Platz wurde 1898 in Gedenken an den deutschen Reichskanzler Otto von Bismarck (1815–1898) benannt. Bismarck ist bis heute als europäischer Machtpolitiker der deutschen Reichseinigung im kollektiven Gedächtnis präsent. Zusätzlich muss er als Mitinitiator der deutschen KolonialpolitikKolonialismusDer Begriff Kolonialismus bezeichnet ein auf Erwerb und Ausbau von Kolonien gerichtete Politik unter dem Gesichtspunkt des wirtschaftlichen, militärischen und machtpolitischen Nutzens für das Mutterland bei gleichzeitiger politischer Unterdrückung und wirtschaftlicher Ausbeutung der abhängigen Länder und Völker. betrachtet werden.

Als es 1883 zu schweren kolonial-politischen Spannungen zwischen den europäischen Großmächten England, Frankreich und Russland gekommen war, ließ Bismarck sich auf eine aktivere KolonialpolitikKolonialismusDer Begriff Kolonialismus bezeichnet ein auf Erwerb und Ausbau von Kolonien gerichtete Politik unter dem Gesichtspunkt des wirtschaftlichen, militärischen und machtpolitischen Nutzens für das Mutterland bei gleichzeitiger politischer Unterdrückung und wirtschaftlicher Ausbeutung der abhängigen Länder und Völker. ein. Am 15. November 1884 begann in  Berlin die Kongo-Konferenz bei der Vertreter von 13 konkurrierenden europäischen Staaten sowie der USA und des Osmanischen Reiches sich auf Einladung Bismarcks über das künftige Vorgehen auf dem afrikanischen Kontinent berieten. Nach dreimonatigen Verhandlungen im Reichskanzlerpalais hatten sich die Teilnehmer am 26. Februar 1885 auf Kriterien geeinigt, unter denen Kolonialbesitz völkerrechtlich anerkannt werden sollte. Für Deutschland war das die Grundlage für die Errichtung der Kolonien im heutigen Namibia, Kamerun, TogoTogo (ehemalige deutsche Kolonie)Die Deutsche Kolonie Togo, auch nur Togo, Togoland oder Deutsch-Togo, war von 1884 bis 1916 eine deutsche Kolonie. Das damalige Gebiet umfasste die heutige Republik Togo und den östlichsten Teil des heutigen Ghana. und Teilen Ghanas sowie in Tansania, Ruanda und Burundi. Für die afrikanische Bevölkerung folgten blutige Auseinandersetzungen wie der Maji-Maji-Krieg (1905 – 1907) und der Genozid an den Herero und Nama (1904 – 1908).

Antisemitismus

Bismarck hatte intensive Kontakte zu Vertretern antisemitischer ideologie wie dem evangelischen Theologen Adolf Stoecker, der zum Ehrenmitglied des antisemitischen “Alldeutschen Verbands” ernannt wurde. Aber Bismarcks Einstellung zum Judentum war durchaus ambivalent. Einerseits erlangten jüdische Personen durch die Reichsgründung 1871 die verfassungsmäßig verankerte Gleichstellung. Andererseits sprach er sich gegen die vollständige Emanzipation von Jüdinnen und Juden aus.

Literatur