Friedrichstraße

Kreuzberg

Die Friedrichstraße in Berlin-Mitte wurde 1705 nach Friedrich I., König in Preußen und später Friedrich III. Kurfürst von Brandenburg  (1657–1713) benannt. Der in Kreuzberg gelegene jüngere Teil der Straße, von der Zimmerstraße bis zum Mehringdamm, ist erst um 1731 entstanden.

In seiner Regierungszeit von 1701 bis zu seinem Tod im Jahr 1713 zielte Friedrich I. mit seiner “Judengesetzgebung” auf eine zahlenmäßige Begrenzung der in Preußen wohnenden Jüdinnen und Juden. Zugleich verschärfte er die wirtschaftlichen Regeln für Jüdinnen und Juden, die sie mit höheren Abgaben belasten. Sein “Judenreglement” von 1700 verbot Jüdinnen_Juden den Hauskauf und erhielt bestehende Handelsbeschränkungen aufrecht.

Im Jahr 1688 lebten 40 und ab 1700 bereits 117 jüdische Familien in Berlin. Ab 1712 entstand die erste Synagoge, später “Alte Synagoge” genannt. Trotz Sondersteuern und Behinderungen gelangten jüdische Großunternehmer im Finanz- und Bankensektor in Berlin zu Vermögen. 1749 lebten in der Hauptstadt 119 jüdische Großunternehmer:Innen.

Friedrich I. wurde 1713 in der Fürstengruft im Berliner Dom beigesetzt.

Literatur

  • Breuer, Mordechai: Tradition und Aufklärung 1600-1780, in: Michael A. Meyer (Hg.):  Deutsch-Jüdische Geschichte in der Neuzeit. Band. 1, 1996.
  • Herzfeld, Erika: Juden in Brandenburg-Preußen. Beiträge zu ihrer Geschichte im 17.  und 18. Jahrhundert, 2001.
  • Neumann, Emanuel: Jüdische Gemeinden in Potsdam, in: Hafner, Johann/ Völkening, Helga/ Becci, Irene (Hg.): Glaube in Potsdam, Band. 1, 2018.
  • Sassmannshausen, Dr. Felix/ Ansprechpartner des Landes Berlin zu Antisemitismus (Hg.): Straßen- und Platznamen mit antisemitischen Bezügen in Berlin. Berlin 2021.

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